BikeTest Stöckli e.t. eBike via trnd

Via trnd konnte ich am Test des neuen Stöckli e.t. eBike teilnehmen. Informationen zum Test entnehmt Ihr am Besten gleich den Link hinter trnd.

Erster Eindruck
Mein erster Eindruck war sehr gut. Das Bike mach einen soliden Eindruck. Die dicke Sattelstange fällt natürlich sofort auf. Doch viel Energie braucht eben seinen Platz und irgendwo muss der Akku hin. Demzufolge ist das e.t. eBike keine Schönheit, aber es sieht für ein Pendlerbike gut genug aus. In den Farben grau/schwarz des Testbikes sieht es sogar etwas unauffällig aus, was genau meinem Stil entspricht. Auf die inneren Werte kommt es primär an, die Äusserlichkeiten müssen auch i.O. sein, sind aber sekundär.

stoeckli

Akku
Die Reichweite ist bei voller Unterstützung natürlich etwas kürzer, als angegeben. Doch würde mir der für den Test verbaute mittlere Akku fürs Pendeln völlig ausreichen. Meine Büro liegt in der Stadt Zürich und mein Zuhause etwas südlich Winterthur. So könnte ich den Akku bequem während der Nacht laden und es lägen sogar noch ein paar Strecken in der Stadt oder zu abendlichen Sitzungen in anderen Teilen unserer Gemeinde drinn. Mein Auto käme so plötzlich auf weniger Kilometer.

Ladegerät
Das Ladegerät funktionierte bei mir tadellos. Ich habe nicht gemessen wie lange es dauerte, den Akku zu laden. Aber ich steckte das e.t. eBike mit 5km Restreichweite abends spät an und am anderen Morgen war der Akku wieder vollgeladen. Funktionstest also zu 100% erfüllt.

ladestation

Motor
Der Motor schiebt bei höchster Unterstützung mächtig an. Mit etwas Übung lässt man an der Ampel die Autos eiskalt stehen, sofern man wie ich bei Rot an der Ampel hält. Der Motor ist zudem sehr leise. Das Drehmoment ist phänomenal und macht richtig Freude.

Licht
Das Licht ist üblicherweise immer an. Das ist gut so, damit wird man gesehen und alle merken dass hier ein motorisiertes Gerät heranbraust. Ich bin nur kurz in der späteren Dämmerung gefahren. Dort hatte ich aber schon den Eindruck dass das List ganz schön hell ist. Im finsteren sieht man damit sicher genug um die 45 Sachen des e.t. eBikes auch wirklich auszunutzen.

Schaltung
Die Schaltung ist sehr intuitiv. Auch wenn man schon länger kein Fahrrad mehr gefahren ist, kommt man damit sofort klar. Die Gänge lassen sich unter voller Last präzise schalten. Auch nach einer abrupten Bremsung ist man flink auf einer kurzen Übersetzung und kann die volle Beschleunigung ausnutzen um die Reisegeschwindigkeit kurz darauf wieder zu erreichen.

Display
Das Display zeigt die Geschwindigkeit prominent an. Das ist gut so, denn in der Stadt gibt es manchmal Radarfallen in der 30er Zone. Ich habe nicht getestet ob das e.t. eBike zusammen mit mir gross genug ist um die Anlage auszulösen. Daher habe ich mich in der 30er Zone ans Tempolimit gehalten. Immerhin hat das 45km/h e.t. eBike ja eine Nummer hinten dran, was dazu führen könnte das Strafzettel den Weg zum Halter finden. Rund um den Flughafen Zürich ist bei mir das Display samt Steuerung einige Male ausgefallen. Ich konnte es nicht in den Zusammenhang mit etwelchen Fahrbahnunebenheiten bringen, sonst wäre mir das Display anderweitig auch ausgefallen. Ich führte es auf Elektrosmog zurück. Vielleicht irgendwelche Sicherungssysteme, Funkmasten oder Radaranlagen haben das System zum Ausfall gebracht. Der Fehler war für mich reproduzierbar.
Ich habe in Erfahrung gebracht, dass in Zukunft möglicherweise eine Koppelung mit dem Handy möglich wäre. Wenn man dann noch eine Karte mit Zielführung einblenden könnte, wäre das eine super Sache und würde die Konkurrenz zum Auto verstärken.

Steuerung
Die Steuerung ist vom Prinzip sehr gut. Wie oben beschrieben ist mir das System am Flughafen Zürich im Bereich Bussbahnhof bis Werft 3 etliche Male ausgefallen. Dies möglicherweise wegen Elektrosmog. Mit der Steuerung lässt sich die Unterstützung gut dosiert einstellen. Vor allem die minus-Gänge habe ich auf längeren Bergab-Strecken oft eingesetzt. Eine spürbare Bremswirkung setzte aber erst ab ca. 30km/h ein. Dies ist vollkommen ausreichend. Auf steilen Stücken war die Motorbremse gut zu spüren, wenn man das Bike über 45km/h laufen lassen konnte. Wenn man dann anhalten muss, zeigte sich die grösste Schwäche des Designs. Es gibt zwar zwischen + und – einen kleinen Steg. Dieser ist aber sogar mit feinen Handschuhen kaum spürbar. Es wäre wünschenswert wenn dieser Steg wesentlich deutlicher zu spüren wäre. Denn jetzt musste ich jedes Mal auf die Tasten schauen um von -2 auf neutral oder +5 zu kommen. Dies auf die Gefahr hin, nach einer Bremsung zum Verkehrshindernis zu werden da ich die Motorbremse zuerst deaktivieren musste um wieder ordentlich beschleunigen zu können.

Bereifung
Die Bereifung ist genial! Da ich zu den schwereren Zeitgenossen gehöre, habe ich wohl am stärksten davon profitiert. Ordentlich hart gepumpt laufen die Räder wunderbar. In Kurven bieten sie ordentlich halt. Dies kommt mir als ehemaliger Motorradfahrer sehr entgegen, da das Bike auch in Kurven zuverlässig Gripp hat. Zudem kann man ohne Sorgen über Fugen und Tramschienen fahren ohne Gefahr zu laufen hängen zu bleiben. Die Bereifung ist absolut geglückt.

Speed
Der Speed dieses Bikes ist der Hammer! Wenn man ordentlich in die Pedale tritt ist man in der Agglomeration kaum langsamer als ein Auto. Beim meinem Pendlertest war ich auf meinem Arbeitsweg nur ca. 10min langsamer als durchschnittlich mit dem Auto. Dies aber auf einem Weg ohne Staugefahr. Somit ist der Arbeitsweg genau kalkulierbar.

Bremsen
Die Bremsen greifen kräftig zu. Das gibt einem ein gutes Gefühl. Man kann jederzeit kräftig den Anker werfen und kommt vom hohen Speed auch wieder runter. Dabei arbeiten die Bremsen aber etwas rau. Vielleicht bin ich mir Scheibenbremsen an einem Fahrrad nicht gewohnt. Die Dosierung war absolut klar, aber die Bremsen machten dabei ein etwas lautes knarzendes Geräusch und fühlten sich rau an. Damit kann man aber gut leben, es bräuchte wahrscheinlich einfach eine etwas längere Angewöhnung.

Gepäckträger
Der Gepäckträger hat einen sehr kurzen Bügel. Dies liegt daran dass es sich um ein Gepäckträgersystem handelt. Es gibt neben einem Korb noch weiteres Zubehör dazu zu kaufen. Ohne dieses Zubehör ist der Gepäckträger wegen seines kurzen Bügels aber nur mit kleineren Einschränkungen nutzbar. Grössere Gegenstände, welche auf anderen Gepäckträgern möglicherweise gerade noch so zu transportieren sind, dürften hier zusätzliches Material wie Gummizüge oder ähnliches erfordern.

Sattel
Der Sattel ist sehr bequem. Ich bin auf all meinen Fahrten gut und ohne Schmerzen gesessen. Manchmal habe ich eine Federung vermisst, das wäre wohl ein kleines Gadget welches ich mir beim Kauf dieses Bikes noch überlegen würde.

Lenker
Der Lenker ist sehr breit. Das lässt einem mächtiger erscheinen als man ist. Im Stadtverkehr ist dies aber durchaus gut so, geht es doch immer mal wieder um optische Verdrängung. Auch hat man bei schnellen Ausweichmanövern so natürlich einen grossen Hebelarm. Dies lässt einem Flink um Hindernisse gleiten.

Verarbeitung
Die Verarbeitung ist typische Schweizer Qualität. Alles ist sauber verarbeitet, was auf eine lange Haltbarkeit schliessen lässt. Die Schweissnähte sind zwar deutlich sichtbar, diese ginge auch anders. Aber alles ist sauber verputzt und lässt auf eine stabile Verbindung deuten.

Meine Tests
Abholung bei Stöckli:
Meine Familie fuhr mich zur Stöckli Filiale bei Kloten. Anfangs wusste niemand recht Bescheid, obwohl ich mich auf den Termin angemeldet hatte. Doch wusste man wer gefragt werden musste. Danach lief alles problemlos. Die Familie fuhr mit dem Auto nach Hause und wunderte sich über mein baldiges Eintreffen. Dies obwohl ich 1-2 Male die optimale Velo-Route erkunden musste. Ich freute mich riesig über die tolle Leistung des e.t. eBikes und war so fasziniert dass ich meine Frau überredete ein paar Runden im Quartier zu drehen. Sie fand den Elektromotor etwas ungewohnt aber superlustig.

Unabhängig von dieser Fahrt entwickelte sich meine bisherige Erkältung zu einer beinahe Lungenentzündung, worauf ein paar Fahrten mit diesen tollen Bike weniger stattfanden.

Pendlerfahrten:
Ich benutzte das Bike ein paar Male um zur Arbeit zu fahren. Ich fand das toll. Gegenüber anderen Fahrrädern kommt man extrem schnell ans Ziel. Das kühle Wetter kam mir entgegen, so konnte ich trotz fehlender Dusche richtig in die Pedale treten ohne verschwitzt im Büro anzukommen. Auf diesen Fahrten trug ich unter dem Helm ein paar einfache Kopfhörer und hörte mir Hörbücher an. So vergingen die Fahrten schon beinahe wie im Fluge.

Planespotting:
An einem schönen Morgen drehte ich eine Runde um den Flughafen. Dabei fiel mir auf, dass das Bike für Planespotter eigentliche wie geschaffen wäre. Man kommt in Windeseile an beinahe jeden öffentlich zugänglichen Punkt ohne einen Parkplatz suchen zu müssen. Und dabei hat man danach immer noch eine ruhige Hand um gelungene Fotos zu schiessen.

spotting

Autotransport:
Da mich meine Familie nicht zurück zur Stöckli Filiale begleiten konnte, packte ich das e.t. eBike auf meinen Auto-Kupplungs-Fahrradträger. Davor hatte ich aufgrund des breiten Rahmens etwas bedenken. Doch alles gelang ohne Umstände. Klar, das ist nicht die bevorzugte Variante, dieses eBike von A nach B zu bringen. Doch manchmal kann es auch sinvoll sein. Vielleicht möchte man sein e.t. eBike auch mal auf ein verlängertes Wochenende fernab mitnehmen. Dies würde bei mir problemlos funktionieren.

autotraeger

Preis
Den Preis, welcher mir genannt wurde nenne ich hier nicht. Das muss jeder selbst verhandeln gehen. Aber er ist für ein Fahrrad eher hoch. Dafür erhält man das wahrscheinlich coolste Pendlerbike, mit einem Motor der wirklich Spass macht und einer Abstimmung welche für die Agglomeration perfekt passt.

Fazit
Mein Fazit zum e.t. eBike ist durchaus positiv. Das eBike erfüllte alle meine Vorstellungen? Nein, es übertraf diese Stellenweise. Dies vor allem wegen dem hohen Drehmoment und der daraus resultierenden coolen Beschleunigung. Wen der Preis nicht stört, dem kann ich das e.t. eBike von Stöckli also wärmstens empfehlen.

etbike

Meine Empfehlungen für Zukunft
Aus meiner Sicht würde ich mir für die Zukunft folgendes wünschen.

Koppelung mit Smartphone:
Wenn man das Display mit dem Smartphone so koppeln könnte, dass ein Navi daraus resultiert, wäre das sehr nützlich. So könnte man auch in unbekanntem Quartier die optimale Fahrradroute fahren und käme so sicher und direkt ans Ziel wie mit dem Auto.

Steg in der Steuerung:
Bei der Steuerung sollte wischen dem + und dem – ein wesentlich deutlicher spürbarer Steg zu finden sein. So dass man auch mit Handschuhen ohne auf die Tasten zu sehen blind von Motorbremse zu voller Unterstützung wechseln kann. So dass ich den Finger auf den Steg halten kann und dann nur noch nach oben oder unten abrollen muss um das gewünschte Ziel zu erreichen ohne die Augen von der Umgebung zu nehmen. Dies wäre für mich auch ein Sicherheitsgewinn.

Zuverlässig gegen Elektrosmog:
Die permanenten Ausfälle rund um den Flughafen Zürich im Bereich zwischen dem Busbahnhof und der Weft 3 haben mir zu denken gegeben. Vielleicht sollte man sich überlegen das System hiergegen zu härten.

Gepäckträger:
Bei einem so langen Bike sollte der Gepäckträger über einen deutlich längeren Bügel verfügen. Das würde den Gepäckträger wesentlich vielseitiger machen.

Zum Schluss noch vielen Dank an das Team von trnd für die Organisation des Tests und die Geduld zum abwarten meines Testberichts.

One Reply to “BikeTest Stöckli e.t. eBike via trnd”

  1. Die ebikes haben keine geeichte Tachos, deshalb wirst du nie einen Busse wegen zu schnellen Fahrens erhalten analog Auto. Was maximal passieren könnte: Nicht angepasste Geschwindigkeit

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